Drogen behandlungsprogramme

Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit dass der Behandlungsplan im Blick auf die Schwere des Zustands des Patienten ausgearbeitet wird. Es ist nicht möglich einen Patienten innerhalb von drei Tagen zu heilen weil er nicht genug Zeit zur Verfügung, kein Geld hat oder nicht länger im Krankenhaus bleiben will. Wenn es um eine Suchtkrankheit geht beträgt die Heilungsrate zwischen 20 und 40%. Der Abhängige hat oder hat keine Krise; entweder ist er psychisch stabil und kann sich kontrollieren oder nicht; er nimmt Betäubungsmittel oder nicht; er ist ein Drogensüchtiger oder nicht. Daher ist es wichtig ein Ziel zu formulieren, d.h. dem Behandlungsplan zu folgen um das erwartete Resultat zu erreichen. Es geht nicht darum formell die Tage und Minuten die im Krankenhaus verbracht werden zu zählen. Ein Hauptgrund für eine erfolgreiche Heilung besteht in der Beachtung des zuvor bekräftigten Behandlungsplanes. Die Unterbrechung der Behandlung oder eine vorzeitige Entlassung aus dem Krankenhaus hat immer negative Folgen.
Der zweite wichtige Punkt ist die Art der Behandlung des Patienten. Für den einen eignet sich eine schnelle und intensive Behandlung, für den anderen eine Behandlung ohne Stress, ausgerichtet auf die Regeneration von Körper und Geist. Die einen reagieren besser auf Fortbildung und Psychotherapie während anderen Arzneimitteltherapie und den dritten ein Implantat welches die Konsumierung von Betäubungsmitteln unmöglich macht hilft. Um die effizienteste Kombination zu garantieren ist es notwendig eine genaue Diagnostik zu erstellen, den Toleranzgrad festzumachen, die Dosierung und auch die Konsumationsdauer des Suchtmittels festzustellen, den Zustand des Organismus des Patienten zu ermitteln sowie das Ausmaß der Zerstörung der psychischen Prozesse des Patienten zu erfassen. Zusätzlich muss bewertet werden wie hoch die Motivation und der Wille des Patienten zur Zusammenarbeit sind, welche Resultate die vorangegangenen Versuche einer Heilung zeigen und was nach der Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus erwartet wird. Die Analyse all dieser Faktoren führt ein Team aus Fachleuten (Psychiater, Psychologe, Spezialpädagoge) durch, nach welcher ein Behandlungsplan erarbeitet wird welcher dann mit dem Patienten und seiner Familie besprochen wird.
Als Beispiele führen wir die häufigsten Behandlungsprogramme unseres Krankenhauses auf:
• Die Entgiftung ist ein kurzes Behandlungsprogramm welche die Reinigung des Körpers des Patienten von Betäubungsmitteln zum Ziel hat, sie befreit ihn von schmerzhaften und unangenehmen Symptomen der Abstinenzkrise, normalisiert den Metabolismus und nährt den Organismus mit Vitaminen und Aminosäuren. Die Entgiftung an sich heilt nicht die Abhängigkeit sondern unterstützt den Organismus und erleichtert das Ende der Vergiftung mit Betäubungsmitteln. Werden im Anschluss daran keine weiteren Behandlungsmaßnahmen ergriffen kann der Patient sehr schnell rückfällig werden. Nach der Entgiftung von Opiaten kann sich die Toleranz gegenüber Betäubungsmitteln bedeutend verändern und für den Patienten besteht die Gefahr eine Überdosis wenn er seine übliche Menge konsumiert.
Es ist von äußerster Wichtigkeit dass diese Phase der Behandlung qualitativ und ungefährlich in einem Krankenhaus, spezialisiert auf diese Art der medizinischen Hilfe, stattfindet. Die Entgiftung unter häuslichen Bedingungen oder die Einnahme von Medikamenten ohne der Aufsicht eines Arztes sind oft risikoreich da es dazu kommen kann dass der Patient gleichzeitig sowohl Medikamente als auch betäubungsmittel zu sich nimmt was gefährliche Folgen (Überdosis, Vergiftung, kardiotoxischer Effekt oder eine Schädigung der Leber) haben kann oder den Patienten schlicht und einfach zur Droge zurück führt.
Um die Qualität, Schnelligkeit und den Erfolg der Entgiftung zu garantieren müssen folgende Bedingungen unbedingt eingehalten werden:
• Isolierung das Patienten von Betäubungsmitteln, sowie die absolute Verhinderung der Konsumierung derselben
• Diagnostik und Bewertung des physiopsychischen Zustandes um das beste Modell zur Entgiftung auszuwählen
• Ununterbrochene 24-stündige Überwachung durch den Arzt und Verwendung von Überwachungsapparaten
• Komplexe Entgiftung mithilfe von Arzneimitteltherapie, Apparaturen und Physiotherapie
• Die Bewertung der Entgiftungsresultate aufgrund von Tests auf das Vorhandensein von Drogenrückständen im Organismus, Tests für die Bewertung des Rezeptorenzustandes aufgrund des Tests der Dosierung des Antagonisten welches ein genaues Ergebnis garantiert
• Vorbereitung des Patienten auf die Entlassung, Ratschläge für die weitere Behandlung, Empfehlungen zur Therapie um den stabilen zustand des Patienten zu erhalten
• Die Möglichkeit das vor dem verlassen des Krankenhauses ein Angiotensin-Rezeptorblocker mit verlängerter Wirkung eingesetzt wird welcher die Verwendung von Betäubungsmitteln unmöglich macht